Schon über 50 Jahre ist es her,

seit die erste Freizeit in Stukenbrock am Teutoburger Wald stattfand. Unser damaliges Quartier „Fort Laramy” war sagenhaft und einmalig. Ein buntbemalter Kotten (Wohnscheune) wie aus dem Märchenbuch. Zwar baufällig aber liebenswürdig wie die Villa Kunterbunt. Statt einer Wasserleitung gab’s die malerische Pumpe vor dem Haus. Statt elektrischem Licht nur eigenartig riechende Petroleumfunzeln. Statt komfortabler WCs mit Wasserspülung ein Plumsklo im Wald. Und eine Heizung gab es auch nicht. Nur den großen Küchenherd, der mit Tannenzapfen zur Weißglut gebracht wurde und im Wohnzimmer stand ein fauchender Ölofen, der ab und zu explodierte. Diese beiden Wärmequellen versorgten das Haus mit seinen acht Zimmern und Diele und Dachboden. Und was für Zimmer! Die Eulenluke beispielsweise war so niedrig, dass man nur gebückt das Zimmer betreten konnte. Dafür gab es aber auf dem Dachboden mit seinen 12 Betten keine Sauerstoffprobleme, denn dort zog es aus allen Ritzen.

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Mit 5 Mark sind Sie dabei!

Tatsächlich – die erste Wochenfreizeit kostete nur eine handvoll Mark! Und dann kamen sie aus der Stadtheiderstraße und der Teichsheide: Ewald, Georg, Martin, Willi, Ede, Ernst, Hans, Charly, Dieter und sein unvergeßlicher Bruder „Lubby“, der für immer neue Streiche und Überraschungen sorgte. Was für eine Freude und Dankbarkeit erfüllt uns, wenn wir daran denken, dass ein großer Teil der damals 10-13-jährigen Jungs heute aktiv in der Nachfolge unseres Herrn Jesus Christus stehen! Und die Burschen aus Leopoldshöhe, aus dem berüchtigten Schwelmer „Rackyland“ und der Berliner Straße. Wieviel haben wir miteinander erlebt Carlo, Beatle, Gerneal, Mocko, Chita, Graue, Rosi! Manche von ihnen haben nach einem guten Start irgendwann Gott aus den Augen verloren und doch werden sie die Erfahrungen dieser Zeit nie vergessen, wie manche Gespräche mit den inzwischen „ehrbaren“ Familienvätern beweisen.

 
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Vom Kotten in den Schoppen

Als wir bei Regen immer mehr Eimer in den Zimmern aufstellen mussten, und Eltern die haarsträubenden hygienischen Bedingungen beklagten, beteten wir um ein anderes Haus für die stark wachsende Freizeitarbeit. 1972 wurde uns auf erstaunliche Weise das Gehöft „Schoppen” bei Meinerzhagen im schönen Sauerland angeboten, wo wir seitdem unsere Kinder- und Jugendarbeit fortführen konnten. Das Haus und seine Lage erwies sich für die Freizeiten als sehr geeignet. Zug um Zug konnte die alte Bausubstanz in Eigeninitiative zur Herberge ausgebaut werden. Nach mehreren Funktionssanierungen wurde aus dem ehemaligen sauerländer Bauernhof ein jugendgemäßiges 50-Betten-Haus. Seither besteht Schoppen durch Gottes Gnade und das Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer.

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Unverhoffte Baukosten-Beihilfe 

Nach dem Erwerb des Schoppen-Geländes kam es zu einer wunderbaren Fügung: Im Testament einer Bildhauerin (Erna Steinberg aus Nürnberg) war festgelegt, dass ein Teil ihres Vermögens zur Stiftung einer Ferienstätte für bedürftige Kinder bestimmt sei: „… die dort Erholung finden sollen und denen durch gläubige Erzieher von Jesus erzählt wird.“ Auf erstaunlichen Wegen wurde dieser zweckbestimmte Nachlass der begonnenen Freizeitarbeit in Schoppen zugesprochen. Damit konnte ein Großteil der erheblichen Umbaukosten bestritten werden. Andere Christen gewährten kostenfreie Darlehn. Viele freiwillige Spender machen sich seither für den Unterhalt des Freizeithauses stark. 

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Wachsendes Freizeitangebot 

Im Laufe der Jahre kamen zu den Kinder- und Jugend-Ferienfreizeiten noch manche Wochenend-Seminarangebote hinzu. Hin und wieder wird das Haus auch als Selbstversorgerheim genutzt oder Klassenfahrten und Jugendkonferenzen finden in Schoppen Quartier. Bei allem wollen wir aber unserem göttlichen Auftrag und unserem Vereinszweck treu bleiben: Schoppen soll ein Haus zur Förderung christlicher Jugendarbeit bleiben.

 
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